Leistungsspektrum


Ein wichtiger Bereich der Bedarfsanalyse (1. Phase) stellt der „medizinische Check-Up“ dar. Er besteht aus insgesamt 10 Modulen welche alle wichtigen Daten zur Risikoeinschätzung von Herzinfarkt-, Schlaganfall- und Diabetesrisiko enthält. Neben der einer Blutanalyse, wird u.a. ein Aktivitätsprofil erstellt, der Lebensstil bewertet und die Körperzusammensetzung gemessen. All diese Daten ermöglichen uns aus medizinischer Sicht den Gesundheitszustand ihrer Mitarbeiter zu ermitteln und zielgerichtete Maßnahmen zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit zu entwickeln. Im Folgenden werden alle 10 Module im Einzelnen detailliert beschrieben:

1 Blutanalyse
Im ersten Teil wird eine nüchtern Blutanalyse im Betrieb durchgeführt. Aus dem entnommenen Blut wird u.a. ein Lipidprofil, bestehend auf den Cholesterinwerten (HDL, LDL, Gesamtcholesterin) und den Triglyceriden erstellt um das Risiko von Gefäßerkrankungen (besonders der Herzkranzgefäße und der Gefäße im Gehirn) abzuschätzen.

Das Bestimmen des HbA1c-Wertes (Langzeit-Blutzucker) kann Hinweise auf einen Diabetes mellitus liefern.

2 Lebensstil-Bewertung
In der Lebensstil-Bewertung werden Daten wie Gewicht, Körpergröße, Blutdruck und Bauchumfang bestimmt. Auch Informationen zu Gewohnheiten wie Rauchen oder der wöchentliche Bewegungsumfang (Aktivitätsprofil) werden zusammengetragen.

3 PROCAM-Score
Mittels des PROCAM Schnelltests lässt sich aus den erhobenen Daten aus der Lebensstil-Bewertung das Risiko für einen Herzinfarkt innerhalb der nächsten 10 Jahre ermitteln.

4 FINDRISK
Mit nur 8 einfachen Fragen können wir ein mögliches Risiko, in den nächsten 10 Jahren an Diabetes-Typ-2 zu erkranken, bestimmen.

5 Work Ability Index (WAI)
Bei dem Work Ability Index (Arbeitsfähigkeitsindex) handelt es sich im Kern um einen Fragebogen, welcher ein sinnvolles Instrument ist, um sowohl die aktuelle als auch die zukünftige Arbeitsfähigkeit von älter werdenden Beschäftigten zu erfassen und zu bewerten. Ausgehend vom WAI können gezielte Maßnahmen zum Erhalt und Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eingeleitet werden.

6 Herz-Stress-Messung (spezielles EKG)
Über ein 2-minütiges EKG (Extremitäten Ableitung über Hand- und Fußgelenke) wird u.a. der Herzstress über die Herzratenvariabilität (HRV) gemessen.

Die HRV beschreibt die Fähigkeit des Herzens, den zeitlichen Abstand von einem Herzschlag zum nächsten laufend (belastungsabhängig) zu verändern und sich so flexibel und rasant ständig wechselnden Herausforderungen anzupassen.

Die Herz-Stress-Messung ermöglicht es uns Risikoprobanden schneller zu erkennen, individueller zu betreuen und speziell auf ihre Konstitution ausgerichtetes Bewegungs- und Entspannungsprogramm zu erstellen.

7 Futrex-Messung
Mit der Futrex Nah-Infrarot-Spektroskopie kann die Körperzusammensetzung gemessen werden. Neben dem Körperfett werden auch Körperwasser, fettfreie Masse und Muskelmasse ermittelt und in einem übersichtlichen Diagramm grafisch dargestellt. Dieses Verfahren ist das Einzige, welches die Körperzusammensetzung unabhängig vom momentanen Wasserhaushalt mit einer Reproduzierbarkeit von 99% messen kann. Das bedeutet, die Messung ist unabhängig von der aktuellen Nahrungszufuhr.

8 IPN-Test® (Leistungsdiagnostik)
Zur Bestimmung der kardiovaskulären Leistungsfähigkeit führen wir, den an der Deutschen Sporthochschule Köln entwickelten IPN Test (IPN = Institut für Prävention und Nachsorge, Köln) durch.

Auf dem Fahrradergometer absolviert der Patient einen pulsgesteuerten Stufen-Belastungstest, bei dem die Belastung schrittweise alle 2-3 Minuten gesteigert wird. Aus den Faktoren Alter und Geschlecht, körperliche Aktivität und Ruhepuls wird für jeden Patienten eine individuelle Zielpulsfrequenz ermittelt.

Die Ergebnisse bewerten die Kardio-Leistungsfähigkeit in 5 Fitnessstufen von „deutlich unter Durchschnitt“ (Stufe 1) bis hin zu „deutlich über Durchschnitt“ (Stufe 5)

9 Blutsauerstoffspiegel (SpO2)
Durch die Pulsoximetrie wird der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen. Dieses Verfahren ermöglicht es die Atemfunktion eines Patienten schnell zu bewerten. Ferner wird sie verwendet, um festzustellen, ob ein Patient unter Sauerstoffmangel leidet und weitere Tests nötig sind.

10 Physiotherapeutischer Statik-Befund
Nach physiotherapeutischen Gesichtspunkten wird die körperliche Statik (insbesondere der Wirbelsäule) befundet. Angefangen bei der Stellung der Füße (Fehlstellung?) über die Knie, den Hüften, das Becken (Beckenschiefstand?) bis zur Wirbelsäule (Skoliose?) und dem Kopf werden Abweichungen der Statik unter Berücksichtigung der Biomechanik festgehalten und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.